Soziale und kulturelle Einrichtungen (SKE)

Einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Einnahmen widmet die VdFS - aufgrund gesetzlicher Vorgaben sowie freiwilliger Abzüge - sozialen und kulturellen Zwecken.

Im Bereich der sozialen Förderungen können mit diesen Mitteln Lebenskostenzuschüsse für in Bedrängnis geratene Mitglieder, Alterszuschüsse für Genossenschafter/innen und Unterstützung für rechtliche und steuerliche Beratung finanziert werden.

Im kulturellen Bereich können Festivals, Veranstaltungen und kulturelle Sonderprojekte unterstützt werden. Des Weiteren werden Maßnahmen für Aus- und Weiterbildung und Beiträge zur Finanzierung der Berufsverbände der Filmschaffenden und anderer filmbezogener Organisationen geleistet.

Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst. Für alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne unter ske@vdfs.at zur Verfügung.

Wie finanziert sich der SKE-Fonds?

Da die VdFS Anprüche auf „Leerkassettenvergütung“ gemäß § 42b Abs 1 UrhG geltend macht, ist sie gemäß § 33 VerwGesG 2016 verpflichtet, für ihre Bezugsberechtigten sozialen und kulturellen Zwecken dienende Einrichtungen (SKE) zu schaffen und diesen 50% der Gesamteinnahmen aus diesen Vergütungen abzüglich der darauf entfallenden Verwaltungskosten zuzuführen. Darüber hinaus werden 10% der sonstigen inländischen Lizenzeinnahmen der VdFS im Rahmen eines solidarischen und freiwilligen Abzugs für SKE reserviert.

Wer kann einen Antrag auf soziale Förderung (Lebenskostenzuschuss/Aus- und Weiterbildung/Rechts- und Steuerberatung) stellen?

Antragsberechtigt sind physische Personen, die mit der VdFS mindestens ein Jahr vor Antragstellung einen Wahrnehmungsvertrag geschlossen haben.

Weiters ist von dem/der Antragsteller/in über mindestens 3 bei der VdFS angemeldete und gemäß Punkt II.6. der Verteilungsbestimmungen verrechenbare Werke zu erbringen. Diese Anzahl erhöht sich nach 10-jähriger Mitgliedschaft auf mindestens 5 angemeldete und verrechenbare Werke.

Der Vorstand kann durch einstimmigen Beschluss von der 1-Jahres Frist und/oder der Mindestanzahl an angemeldeten und verrechenbaren Werken absehen, wenn dies aufgrund der besonderen Härte im Einzelfall geboten erscheint.



Welche Voraussetzungen gibt es für die Gewährung eines Lebenskostenzuschusses?

Voraussetzung für die Gewährung einer einmaligen Leistung pro Kalenderjahr zur Unterstützung im Falle von Notlagen oder außerordentlichen Belastungen ist, dass durch diese die wirtschaftliche Existenz der Antragstellerin / des Antragstellers zum Zeitpunkt der Antragstellung erheblich beeinträchtigt ist.



Weiters darf das Einkommen im Kalenderjahr der Inanspruchnahme einer Förderung den zweieinhalbfachen Betrag des Richtsatzes der Ausgleichszulage nach § 293 Abs 1 ASVG (12x jährlich) nicht überschreiten (EUR 36.390,-). Bestehen Unterhaltsverpflichtungen, erhöht sich diese Grenze um EUR 7.760,- (Unterhalt pro Kind) bzw. EUR 15.670,- (Unterhalt für PartnerIn) pro Kalenderjahr (Richtwerte 2019).

Muss ein Lebenskostenzuschuss zurückgezahlt werden?

Wenn die unter "Voraussetzungen" angeführte Einkommensgrenze im Kalenderjahr der Inanspruchnahme einer Förderung überschritten wurde, muss der zugesprochene Lebenskostenzuschuss zur Gänze zurückbezahlt werden. Die Prüfung erfolgt nachträglich anhand des rechtskräftigen Einkommensteuerbescheids für das betreffende Kalenderjahr. Bitte lesen Sie dazu die Bestimmungen unter Punkt 4.1.1. in den Richtlinien.

Wie definiert die VdFS die Begriffe „Notlage“ und
„Außerordentliche Belastungen“?

Als „Notlage“ ist anzusehen, wenn die Kosten des täglichen Lebens nicht aus eigenen Mitteln bestritten werden können bzw. die monatlichen Fixkosten die monatlichen Einnahmen über einen längeren Zeitraum überschreiten.

Als „außerordentliche Belastungen“ gelten beispielsweise Körperbehinderung, ärztliche Behandlung, Pflegebedürftigkeit, Berufsunfähigkeit, Begräbniskosten und ähnliche Aufwendungen. Auch die Anschaffung oder Sanierung nötiger Haushaltsgeräte kann unterstützt werden.

Eine vollständige Auflistung finden Sie unter Punkt 4.1.3. der Richtlinien.

Wie hoch ist ein Lebenskostenzuschuss?

Die Höhe des einmaligen Zuschusses wird im Einzelfall individuell festgelegt. Sie beträgt maximal EUR 4.500,- pro Kalenderjahr.



Wie kann ich einen Lebenskostenzuschuss beantragen?

Es muss ein Antrag gestellt werden, in dem die Notlage bzw. außerordentliche Belastung erläutert und belegt wird.

Bitte verwenden Sie dafür diesen Leitfaden und übermitteln Sie uns die darin angeführten Informationen und Belege per E-Mail (an ske@vdfs.at) oder Post.

Selbstverständlich werden alle Anträge vertraulich behandelt.



Wann kann ein Antrag für einen Lebenskostenzuschuss
gestellt werden?

Anträge können jederzeit übermittelt werden. In vierteljährlich stattfindenden Sitzungen werden alle bis zu einem Stichtag eingelangten Anträge vorgelegt und behandelt. Die jeweiligen Einreichfristen werden auf dieser Website und in unseren Newslettern veröffentlicht sowie jederzeit gerne auf Anfrage mitgeteilt.

Kann ich auch beim KSVF um Unterstützungsleistungen ansuchen?

Der Künstler-Sozialversicherungsfonds gewährt ebenfalls Beihilfen zur Unterstützung in besonders berücksichtigungswürdigen Notfällen, im Normalfall als Einmalzahlung oder in besonderen Fällen auch als wiederkehrende Geldleistung. Um Unterstützung ansuchen können Künstler/innen mit Hauptwohnsitz in Österreich jederzeit für die monatlich stattfindenden Sitzungen des Beirats. Detaillierte Angaben zur Antragstellung beim KSVF finden Sie im Leitfaden des KSVF.

Wie stelle ich einen Antrag um einen Zuschuss für
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen?

Förderbar sind:

  • die Teilnahme an Veranstaltungen (z.B. Workshops, Coachings, Seminare) bis zu max. EUR 3.000,- pro Kalenderjahr bis zu einer Gesamtdauer von max. 3 Jahren (bei sich jährlich wiederholenden Veranstaltungen) 

  • Reisekosten für die Teilnahme an einem künstlerischen Wettbewerb, wenn die Kosten nicht vom Veranstalter übernommen werden (ebenfalls bis zu max. EUR 3.000,- pro Kalenderjahr)

  • Festivalbesuche zum Zweck der Aus- und Weiterbildung bis zu max. EUR 3.000,- pro Kalenderjahr (z.B. Besuch einer Master-Class während eines Festivals). Ausgenommen sind sämtliche inländischen Festivals sowie die Internationalen Filmfestspiele Berlin, Cannes und Venedig.

  • Auch die Berufsverbände der Filmschaffenden können für die Durchführung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Mitglieder um Förderungen ansuchen.

Bitte schicken Sie, unabhängig vom nächsten Einreichtermin, vor der geplanten Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme ein Ansuchen (Brief, Beschreibung der Weiterbildung) und legen Sie einen Kostenvoranschlag bei.

Beachten Sie, dass Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit als Filmschaffende/r bzw. ausübende/r Künstler/in im audiovisuellen Bereich (Schauspieler/in, Sprecher/in) stehen müssen. Bitte begründen Sie daher diesen Zusammenhang in Ihrem Ansuchen.

Nach Inanspruchnahme der Weiterbildungsmaßnahme sind der VdFS eine Abrechnung und die Original-Belege in Höhe des gewährten Zuschusses vorzulegen. Eine Auszahlung der Zuschüsse für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erfolgt erst nach Vorliegen dieser Nachweise.

Weiterführende Informationen finden Sie unter Punkt 5.3.4. der Richtlinien.

Was ist die VdFS-Nachwuchsförderung?

Aus den SKE-Mitteln können auch Zuwendungen zur Förderung des filmischen Nachwuchses zuerkannt werden. Diese können von Personen in Anspruch genommen werden, die noch nicht Mitglied der VdFS sind. Diese Förderung ist beschränkt auf Filmschaffende bzw. ausübende Künstler/innen im audiovisuellen Bereich bis max. 40 Jahre, die einer in der VdFS vertretenen Berufsgruppe angehören. 

Dieser Zuschuss beträgt max. EUR 3.000,- pro Kalenderjahr und kann für die Teilnahme an einem künstlerischen Wettbewerb beantragt werden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte Punkt 5.3.5.1. der Richtlinien.

Wie stelle ich einen Antrag um einen Zuschuss zu
rechtlicher und steuerlicher Beratung?

Bitte schicken Sie vor Inanspruchnahme der Rechts- oder Steuerberatung ein postalisches Schreiben, Fax oder E-Mail (an ske@vdfs.at) und führen Sie aus, wofür Sie diesen Zuschuss beantragen.

Bitte beachten Sie dabei, dass der sachliche Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit als Filmschaffende/r oder ausübende/m Künstler/innen im audiovisuellen Bereich gegeben sein muss und nachzuweisen ist. Der Zuschuss in Höhe von max. EUR 2.000,- (exkl. USt) kann ein Mal pro Kalenderjahr gewährt werden.

Wer kann nach welchen Kriterien einen Alterszuschuss von der VdFS beziehen?

Jedes ordentliche Mitglied (Genossenschafter/in) der VdFS kann ab Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters und unter der Bedingung, dass eine jährliche Einkommensgrenze nicht überschritten wird, einen monatlichen Alterszuschuss von der VdFS beziehen. Voraussetzung ist, dass die/der Bezugsberechtigte bereits mindestens 5 Jahre auch ordentliches Mitglied (Genossenschafter/in) der VdFS ist. Details entnehmen Sie bitte Punkt 4.2. unserer SKE-Richtlinien.

Was sind kulturellen Zwecken dienende Leistungen?

Aus den Mitteln der SKE können neben den vorrangig zu behandelnden sozialen Förderungen Festivals und Veranstaltungen, kulturelle Sonderprojekte und Organisationen, Vereine o.ä., die der wirtschaftlichen, sozialen und künstlerischen Interessenförderung der Bezugsberechtigten dienen, unterstützt werden.

Was ist bei der Antragstellung für Unterstützungen von Festivals, Veranstaltungen und kulturellen
Sonderprojekten zu beachten?

Dem Ansuchen müssen eine Gesamtkalkulation und ein Finanzierungsplan inklusive einer Aufstellung der bei sonstigen Institutionen beantragten und/oder zugesprochenen Förderungen beigelegt werden. Außerdem ist ein  Konzept / Inhaltsbeschreibung zu übermitteln.

Nach der Durchführung des Festivals, der Veranstaltung bzw. nach Beendigung eines Projekts bitten wir um eine Abrechnung anhand der tatsächlichen Kosten. Dieser sind Original-Belege in Höhe des von der VdFS gewährten Zuschusses vorzulegen, die von der VdFS entwertet und retourniert werden. Der Abrechnung ist eine Evaluierung des Festivals bzw. der Veranstaltung (Gästeanzahl, Pressespiegel etc.) beizulegen.

Einreichtermine für Förderansuchen von Festivals und Veranstaltungen sind der 31. März und 30. September eines jeden Kalenderjahres.

Weiterführende Informationen zu kulturellen Einrichtungen finden Sie unter Punkt 5 der Richtlinien.

Wer entscheidet über Anträge?

Alle Anträge werden nach einer formalen Vorabprüfung durch das Büroteam der VdFS dem SKE-Ausschuss und Vorstand der VdFS vorgelegt und von letzterem beschlossen. Der Aufsichtsrat der VdFS muss diese Beschlüsse bestätigen.

Selbstverständlich werden alle Informationen streng vertraulich behandelt.

Wann werde ich über das Ergebnis informiert?

Alle Antragsteller/innen werden nach der jeweiligen Aufsichtsratssitzung schriftlich informiert. Sollte ein Antrag abgelehnt werden, erfolgt eine Begründung dieser Ablehnung.